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Geschrieben von: Administrator   
Dienstag, den 23. Februar 2010 um 21:18 Uhr

Der KBV 'Lat hüm susen' Blersum wurde im Jahre 1929 gegründet.

Wie mag es wohl damals gewesen sein, kurz vor der Weltwirtschaftskrise, von der noch keiner so richtig etwas ahnte. In Deutschland war die Krise sehr scharf, sehr schnell hereingebrochen und es ging mit der Produktion in kurzer Zeit herunter. Das Volkseinkommen ist zwischen 1929 und 32, also in drei Jahren um ein Viertel eingebrochen, also ein dramatischer Abschwung in großem Umfang. Massen von Arbeitslosen auf den Strassen.

Aber kurz vor dieser Krise, die ja mit dem schwarzen Freitag am 25.10.1929 begann, fanden sich im Dorfkrug 40 Männer zusammen und wollten einen Bosselverein gründen. Wie sind wohl damals die Diskussionen verlaufen? Wie sollte man den Bosselverein nennen? Wie hoch sollten die Beiträge sein? Solche und ähnliche Fragen hat man sich sicherlich gestellt und diskutiert. Leider existiert aus dem Gründungsjahr kein Protokollbuch mehr und auch die letzten Gründungsmitglieder sind verstorben. Damit können wir nur noch auf die Resultate dieser Diskussionen schauen, deren Entstehung aber nicht nachvollziehen.

Letztendlich ist bei diesem Treffen, das genaue Datum ist nicht bekannt, der KBV Blersum entstanden. Ein gebürtiger Berliner, Albert Hoffmann, gab dem KBV seinen Namen. "Lat hüm susen" sollte er heißen. Alle Anwesenden sind mit dem Namen einverstanden und so wird er dann auch genannt.

Eins wollen wir nicht vergessen, bei einem Rückschau auf die Geschichte des Vereins sind nicht nur die bemerkenswerten Vorfälle von Bedeutung, sondern auch die Erinnerung an die, die diese Vorfälle erzeugt oder miterlebt haben. So gedenken wir hier natürlich auch den zahlreichen, aus heutiger Sicht vielfach "unbekannten" Männern und Frauen die diesen Verein in der Vergangenheit geprägt haben und ihn über die Jahre hinweg zu dem gemacht haben was er heute ist: ein lebendiger, von sportlichen Erfolgen geprägter Bosselverein.

Zum Vorsitzenden wählte man auf diesem ersten Treffen Hinrich Iken, zum Schriftführer wurde Hinrich Hinrichs und zum Kassierer Hermann Ludwigs gewählt.

Die Blersumer Jugend wollte sich nicht zurückhalten und gründete ebenfalls kurz darauf einen Jugendvereni, der später aber in den "großen" Verein eingegliedert wurde. Als Jugenwart fungierte Heini Hinrichs. Um zu Geld zu kommen wurde von den Jugendlichen Spenden gesammelt. Diese wurden in einer ausgehölten Bosselkugel gesammelt, die der damalige Bauunternehmer Wilhelm Seemeyer fertigte und die bei jedweder Gelegenheit auf den Tisch gestellt wurde.

In der heute bereits 80jährigen Geschichte hat man viel erlebt. So führte man in den ersten Jahren zwischen Wilhelmshaven und Norden viele Wett- und Freundschaftskämpfe aus. Die meisten Wegstrecken wurden in den ersten Jahren mit dem Fahrrad zurückgelegt, später auf einem Lastwagen. Heute ist es Selbstverständlich, die Wegstrecken zum Gegner mit dem eigenen Auto zurück zu legen. Damals wie heute ist es Selbstverständlich, bei Freundschaftskämpfen natürlich einen Gegenbesuch zu vereinbaren.

Vorstandsmäßig ist der KBV Blersum immer in ruhigen Gewässern gefahren. In den 80 Jahren seiner Geschichte gab es sechs erste Vorsitzende. Nach Hinrich Iken und Willi Meinen führte seit 1934 Hinrich Hinrichs den Verein 40 Jahre. Harm Wagner folgte ihm 1974 auf dem Vorstandsposten. Nach ihm wurde dann Dieter Siebolds 1993 gewählt und seit 2004 ist Olaf Wagner Boss des Vereins.

Der Posten des Schriftführers wurde des Öfteren gewechselt. Hier gibt es folgende Namen zu verzeichnen: H. Hinrichs, Siegfried Scherf, Martin Onken, Willi Kunstreich, Menno Ihnen, Rudolf Ueberschär, Joachim Ruskowski, Alwin Pfanne. Günther Iken hatte den Posten von 1965 bis 2004 inne. Ihm folgte dann Sonja Rüdebusch auf diesen Posten.

Als Kassierer fungierten nach Hermann Ludwigs und Enno Meyer dann Johann Eilts, Johann Behrends, Detlef Wagner, Holger Willms und heute Michael Eilers.

Die Heimstrecke war bis 1968 die L10 von Wittmund nach Burhafe. Aufgrund des höheren Verkehrsaufkommens in den Folgejahren war hier ein Werfen nicht mehr möglich und man wich für zwei Jahre in die engen Dorfstrassen aus, bis man dann seine Sportliche Heimat auf der "Benzinstrasse" von Burhafe Richtung Upstede fand. Bis auf eine kurze Ausnahme von einem Jahr ist dies bis heute auch für die Männermannschaften so geblieben. Nur die Kinder werfen heute auf der Strecke Richtung Schleperhusen.

Zahlenmäßig ist der Verein in den letzten dreißig Jahren sehr gewachsen. Waren es 1979 noch ca. 130 Mitglieder, so sind es im Jahre 2010 ca. 310 Mitglieder. Jeden Sonntag sind viele Gruppen für den KBV unterwegs und repräsentieren auf den Strassen Ostfrieslands den Verein erfolgreich.

Und wenn man in die Geschichte des Vereins geht, darf man auch nicht die langjährige Freundschaft mit unseren Odenwälder Freunden vergessen, die seit 1978 besteht, also auch schon über 30 Jahre . Regelmäßig trifft man sich im Wechsel in Neckargerach/Waldkatzenbach und in Blersum und verfestigt so die Freundschaft zwischen den Menschen.

 

 

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 21. Mai 2011 um 15:52 Uhr